GEW Schleswig-Holstein

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Schleswig-Holstein
27. Mai 2016

Beton statt Bildung keine Zukunftsperspektive

Landesrechnungshof orientiert sich an antiquierter Inverstitionsquote

Kiel – „Beton statt Bildung ist keine Perspektive für Schleswig-Holstein. Deshalb geht die Sicht des Landesrechnungshofes auf den Landeshaushalt mit der Orientierung an einer antiquierten Investitionsquote völlig an den Notwendigkeiten vorbei“, kommentierte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag, 27.05.2016 in Kiel die Bemerkungen des Landesrechnungshofes zum Schulbereich. „In Schleswig-Holstein gibt es nicht zu viele, sondern leider immer noch zu wenige Lehrerinnen und Lehrer, um für gute Bildung in den Schulen zu sorgen. Es ist zu befürworten und nicht zu kritisieren, dass sich die Landesregierung vom geplanten Stellenabbau-Pfad verabschiedet hat.“

Die GEW-Landesvorsitzende untermauerte ihre Kritik am Landesrechnungshof mit einem Verweis auf die Ausgaben pro Schüler/Schülerin im bundesweiten Vergleich. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes rangiert Schleswig-Holstein da mit 5800 Euro pro Kopf auf dem vorletzten Platz. Nur Nordrhein-Westfalen und das Saarland lassen sich ihre Schülerinnen und Schüler mit 5700 Euro pro Kopf weniger Geld kosten. Spitzenreiter Thüringen liegt mit 8100 Euro weit vor Schleswig-Holstein. 

Abgesehen von den Finanzen sollte der Landesrechnungshof die schulischen Realitäten doch nicht ganz aus dem Auge verlieren, so die GEW-Landesvorsitzende. Die Schulen sähen sich wachsenden Aufgaben in einem insgesamt immer schwierigeren sozialen Umfeld gegenüber. „Es ist in den vergangenen Jahren für die Lehrerinnen und Lehrer nicht einfacher geworden, Kinder und Jugendliche zu guten Bildungsabschüssen zu bringen. Da ist es dann eine sinnvolle Investition in Bildung von Kindern und Jugendlichen, wenn mehr Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden.“ 

 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 27.05.2016