GEW Schleswig-Holstein

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Schleswig-Holstein
11. Februar 2016

Tiefes Aufatmen bei der GEW

SPD will keine Stellen mehr streichen

Kiel - Tiefes Aufatmen löste bei der Bildungsgewerkschaft GEW die Ankündigung des SPD-Landesvorsitzenden Ralf Stegner aus, von Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst abzurücken. „Wenn aus dieser Absicht tatsächlich reale Politik werden sollte, ist das ein gutes Zeichen für die Bildung in Schleswig-Holstein. Schließlich braucht Schleswig-Holstein ein gut ausgestattetes öffentliches Bildungssystem von der Kita über Schulen und Hochschulen bis hin zu Weiterbildungseinrichtungen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 11. Februar 2016 in Kiel.

Sie wies darauf hin, dass die Stellenstreichungen im Schulbereich angesichts der wachsenden Aufgaben an den Schulen von vornherein falsch gewesen seien. Der sogenannte „Stellenabbau-Pfad“, von der schwarz-gelben Landesregierung initiiert und von der gegenwärtigen in Teilen fortgeführt, habe sich von Anfang an als Irrweg entpuppt. Er habe in keiner Weise die pädagogischen Anforderungen an die Schulen berücksichtigt, wie zum Beispiel die Inklusion. „Insofern handelt es sich bei der jetzt angekündigten Abkehr um kein Almosen für Lehrerinnen und Lehrer, sondern um pure Notwendigkeit. Dies umso mehr, weil die Flüchtlingssituation zu steigenden Schülerzahlen und neuen Herausforderungen für die Schulen führt.“

Richtig frohlocken mochte die GEW-Landesvorsitzende trotz der Ankündigungen von Ralf Stegner noch nicht: „Die SPD hat einen wichtigen und guten Schritt gemacht. Nun werden wir mit ihr sicherlich darüber zu diskutieren haben, wie viele Lehrkräfte tatsächlich für gute Schulen in Schleswig-Holstein erforderlich sind. Außerdem gilt es, die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stärker davon zu überzeugen, dass gute Bildung nur mit guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten geht.“

 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 11.02.2016