GEW Schleswig-Holstein

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Schleswig-Holstein
3. November 2015
Thema: Hochschule

Traumjob Wissenschaft? Für viele eher ein Trauma

GEW-Aktionswoche Traumjob Wissenschaft

Drehen am Karriereglücksrad der GEW

Für gute Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft setzt sich die GEW mit der bundesweiten Aktionswoche „Traumjob Wissenschaft“ ein. Vom 03.-05. November 2015 finden dazu auch Aktionen und Veranstaltungen an den Universitäten Kiel und Flensburg statt.

An der Universität Kiel können bei einer Aktion am Dienstag, 03.11.2015 sowie am Donnerstag, 5.11., Studierende sowie junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihr Glück am GEW-Glücksrad versuchen. Das GEW-Glücksrad zeigt die unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten an der Universität Kiel auf. Wenn dabei für die Meisten bestenfalls Trostpreise herauskommen, so hat das Gründe: Auch die Beschäftigungsbedingungen an der Universität Kiel sind alles andere als traumhaft.

 

„Das muss sich ändern! Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen gute Perspektiven und verlässliche Karrierewege. Im Grundgesetz wird die Freiheit für Forschung und Wissenschaft garantiert. Aber die Menschen, die in der Wissenschaft arbeiten, sind ganz häufig auch frei von sicherer und dauerhafter Beschäftigung“, sagte dazu am Dienstag in Kiel GEW-Landesvorsitzender Matthias Heidn.

Rund neun von zehn wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an deutschen Universitäten haben gegenwärtig nur einen befristeten Vertrag. Die Hälfte der Verträge geht nicht einmal über ein Jahr lang. Ein Großteil wird aus sogenannten Drittmitteln finanziert.

 

Die GEW fordert seit langem bessere Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen: Klare Mindestvertragslaufzeiten für alle Qualifikationsstellen, verlässliche Karrierewege in der Post-Doc-Phase, die Vertragsdauer in Drittmittelprojekten muss sich nach der Laufzeit der Projekte richten und Daueraufgaben (z.B. in der Lehre) müssen von Beschäftigten auf Dauerstellen geleistet werden!

 

Mit dem Templiner Manifest habe die GEW eine Kampagne für den Traumjob Wissenschaft gestartet, sagte der GEW-Landesvorsitzende. Mit ersten Erfolgen! In den Entwürfen des neuen Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) und im Entwurf für das Schleswig-Holsteinische Hochschulgesetz fänden sich wesentliche Forderungen der GEW wieder. „Aber es geht noch besser:  eine familienpolitische Komponente und verbindliche Mindestvertragslaufzeiten fehlen beispielsweise immer noch. Wir wollen deshalb die Woche der mündlichen Anhörung im schleswig-holsteinischen Landtag und der ersten Lesung im Bundestag für diese Gesetze nutzen um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen und den Druck auf die Politik zu erhöhen.“

 

3.11. Universität Kiel
Aktionsstand mit Karriereglücksrad, 11–14 Uhr, vor der Mensa II
4.11. Europa-Universität Flensburg
Informationsveranstaltung "Wer oder was ist die GEW? Wie sind die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen von Wissenschaftler*innen? Was kann ich tun?", 12:30 Uhr, im EB 067
5.11. Universität Kiel
Aktionsstand mit Karriereglücksrad, 11–14 Uhr, vor der Mensa I
5.11. Universität Kiel
Coaching und kollegiale Beratung für junge Wissenschaftler*innen, 18–20:30 Uhr

Bildergalerie
Neun von zehn Stellen in der Wissenschaft sind befristet.
Das Karriereglücksrad der GEW
Infostand in der Mensa 2 der CAU
Jede*r darf mal drehen
Infoveranstaltung an der Europa-Universität Flensburg
Das Glücksrad dreht sich am 5.11. in Kiel
Das Glücksrad dreht sich am 5.11. in Kiel